Bekannt für sein klares und einfühlsames Dirigat sowie seine starke künstlerische Vision, widmet sich Etienne Ferrer mit Leidenschaft einem breiten Repertoire – mit besonderen Affinität zur Arbeit mit Sängerinnen und Sängern. Im Jahr 2023 gab er sein Italien-Debüt mit einer glanzvollen Aufführung von Verdis Un Ballo in maschera am Teatro Mancinelli in Orvieto.
Er wird regelmäßig als Assistenzdirigent an renommierte Opernhäuser und Festivals in Europa eingeladen, darunter die Ungarische Staatsoper, das Orchestre Philharmonique de Strasbourg, die Grazer Oper, das Festival della Valle d’Itria und die Opéra National du Rhin.
Mit seinem in Straßburger Opernensemble leitet er Produktionen von Mascagnis Cavalleria Rusticana, Massenets Don Quichotte, mehrere Opéras-bouffes von Offenbach sowie die beiden großen Wiener Operetten Die Fledermaus und Die lustige Witwe.
In den Spielzeiten 2023/24 und 2024/25 ist er Fellow-Dirigent an der Opéra National du Rhin für die Produktionen von Lohengrin, Norma, Turandot, Guercœur und Das Märchen vom Zaren Saltan beteiligt.
Seit der Saison 2022/23 ist er Musikalischer Leiter des Chœur de Saint-Guillaume. Dort liegt sein Schwerpunkt auf chorsinfonischen Werken (Poulencs Stabat Mater, Haydns Die Schöpfung, Brahms’ Schicksalslied und Gesang der Parzen) sowie dem Vokalrepertoire von J.S. Bach. Insbesondere leitet er die Johannes- und Matthäus-Passion, die im jährlichen Wechsel am Karfreitag aufgeführt werden – ganz im Sinne der großen Tradition, die der Gründer des Chores, Ernest Munch, Ende des 19. Jahrhunderts begründete.
Für sein Engagement im Straßburger Musik- und Opernleben wurde ihm vom Cercle Richard Wagner de Strasbourg ein Stipendium für die Bayreuther Festspiele 2024 verliehen.
Nach seinem Violoncellostudium schloss Etienne Ferrer sein Masterstudium im Fach Dirigieren an der Haute École des Arts du Rhin bei Theodor Guschlbauer und Miguel Etchegoncelay ab. Er vertiefte seine Kenntnisse im modernen und zeitgenössischen Repertoire bei Jean-Philippe Wurtz, im Chordirigieren bei Jean-Philippe Billmann und in der Barockmusik bei Benjamin Steens.
Er besuchte Meisterkurse unter anderem bei Jorma Panula, David Reiland, Alain Altinoglu, Johannes Schlaefli, Mei-Ann Chen, Giuseppe Finzi und Antonello Allemandi.
Tief verbunden mit der musikalischen Ausbildung durch die Orchesterpraxis, ist er Musikalischer Leiter mehrerer Jugendorchester im Elsass. Zudem wirkt er als Gastdirigent für die Abteilung „Junges Publikum“ der Opéra National du Rhin und hält regelmäßig Konzerteinführungen für das Orchestre Philharmonique de Strasbourg.